Ravenna

Ein Großteil der Urlaubsfotos entstand in Ravenna, neben 8 Weltkulturerbestätten gibt es noch zahlreiche andere sehenswerte Bauwerke. Dabei ist Ravenna glücklicherweise nicht von Touristen überlaufen. Hier hätten wir gern mehr Zeit verbracht und kommen sicher irgendwann wieder.

Unsere Besichtigungstour begann am Dom, erbaut im 18. Jahrhundert (mit einem Campanile aus dem 10. Jahrhundert) auf den Grundmauern eines Vorgängerbaus. Aus dieser Zeit (5.Jahrhundert) stammt das nebenan befindliche Baptisterium der Orthodoxen, also eine Taufkapelle. Sehr schön die byzantinischen Wand- und Deckenmosaiken.
Im benachbarten Gebäude befindet sich das erzbischöfliche Museum welches mit dem erworbenen Kombiticket ebenfalls besichtigt werden kann. Hier befindet sich eine weitere Welterbestätte, die erzbischöfliche Kapelle, welche leider nicht fotografiert werden durfte.

Auch die Innenstadt mit der Piazza delPopolo gefiel uns gut und auch die Autos passten sich dem historischen Stadtbild an 😉

Nach einer Rast ging es weiter zur Kirche San Francesco, vorbei am Grabmal Dante Alighieris. Die Kirche stammt ursprünglich ebenfalls aus dem 6. Jahrhundert, wurde aber mehrfach umgebaut. Da der Boden Ravennas sich seit der Zeit deutlich gesenkt hat, wurden Fußböden immer mal wieder aufgestockt. In der Apsis ist noch der originale Mosaikfußboden sichtbar – unter Wasser und mit Goldfischen!

Wir folgten weiter dem auf dem Kombiticket angegebenen Pfad vorbei an den Resten des Palazzo Theodorico, welche leider nicht besichtigt werden können. Die nebenan befindliche Kirche San’t Apollinare Nuovo enthält noch zahlreiche Mosaike aus Theoderichs Zeit, allerdings wurden Darstellungen von ihm und seinen Würdenträgern durch die oströmischen Eroberer mit Vorhängen „retuschiert“. Bei genauem Hinsehen entdeckt man jedoch auf den Säulen noch Arme und Hände.

Die ältesten und besterhaltensten Mosaike finden sich im Mausoleum der Galla Placidia, der Tochter des römischen Kaisers Theodosian I. und selbst einige Jahre Regentin des weströmischen Reiches. Von außen eher unscheinbar begeistern im Inneren Wände und Decken im sanften Licht der Alabasterfenster.

Ein ganz besonderes Bauwerk steht etwas außerhalb im Park Theoderico – das Grabmal des Ostgotenkönigs Theoderich, welcher im Zuge der Völkerwanderung im 5. Jahrhundert Italien eroberte und Ravenna zu seiner Hauptstadt machte.

Auch wenn das Bauwerk nach so vielen glitzernden Mosaiken auf den ersten Blick etwas schmucklos wirkt, ist es doch einmalig auf der Welt. Das Dach des Bauwerkes besteht aus einem einzigen Stein und ist mit einem Durchmesser von ca. 11 m und einem Gewicht von ca. 230 Tonnen der größte hochgehievte Monolith der Welt. Nicht nur in der Antike eine Meisterleistung, sondern auch heute noch ungeklärt, wie dies vollbracht wurde.

Eine weitere Welterbestätte konnten wir am Abend nur kurz von außen besichtigen, das Baptisterium der Arianer.

Die Achte im Bunde, die Kathedrale Saint Apollinare in Classe ist etwas außerhalb Ravennas, im heutigen Stadtteil Classe gelegen. Auch hier wieder herrliche Wandmosaike.

Kommentare sind geschlossen.